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SVA-Erlebnisbericht Andreas Gläser

Andreas Gläser hat bei uns im Klubheim gelesen, ist auf der Grün-Weiß-Grünkohlwanderung mitgelaufen und hat sich das Derby gegen den HSC angeschaut - daraus entstanden ist ein schöner und lesenswerter Artikel über uns. Schön, dass es Dir gefallen hat, Andreas! ;-)

„Ein Fremder war hier und aß immer Bratkartoffeln mit Spiegeleier.“

2. Dezember 2018
Vorgestern war ich im BFC-Café, in dem die ´79er residieren, die sich aber wohl nicht so nennen, weil die Mannen ihrer Reihen eben so viele Knastjahre verbuchen können. Ich Café sollte ein gewisser Thomas Doll Rede und Antwort stehen, zu seinen Jahren beim BFC, beim HSV, bei Lazio und Ferencváros Budapest. Die Kneipe war rappelkistenvoll, unter anderem auch mit den Besuchern und Ex-Meisterspielern Andy Thom, Roland „Ente“ Jüngling und Rainer Troppa. Letztlich musste Herr Doll aber ran. Nach dem etwas steifen Beginn gestaltete sich der Talk zunehmend lockerer und gesangsfreudiger. Der Schwerpunkt lag bei den dynamischen ´80ern, nun gut. Von Rostock nach Berlin sei er freiwillig gewechselt, weil er auch mal Bananen haben wollte; in Bremen hätten sie einfach scheiße gespielt und beim Derby zwischen Lazio und AS Rom hätten sich die Deutschen immer auf ein deeskalierendes Unentschieden geeinigt. Irgendwann ergriff „Ente“ das Mikro und schmetterte einen ´50er-Jahre-mäßigen pro-Dynamo-anti-Union-Gesang, der im Bus wohl immer ein Knaller war, wo die Fans es vorgestern aber an Textsicherheit vermissen ließen, haha. Im eigens für diesen Abend produzierten Programmheft finden sich übrigens einige ´79er-Mob-Fotos, und darunter wiederum auch das Bambule-Deckelfoto, welches nach meiner Erinnerung jemand vor zehn Jahren herbei gegoogelt und mir zugespielt hatte. Auf meine Frage im Forum, um welche Truppe es sich handeln würde, hieß es, das seien Potsdamer Jungs und mit 20 Freiexemplaren sei das Finanzielle geklärt. Nun ja, falls ihr aus Buenos Aires oder Bukarest kommt und euch wieder erkennt, so schickt euch der Verlag bestimmt einige Exemplare zu. Gibt wohl noch zwischen 79 und 111. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle jedoch schreiben, wie es neulich in Hannover war. Am vorletzten Sonnabendabend fanden sich zwar höchstens 20 Besucher in der Vereinsgaststätte vom SV Arminia ein, doch die waren sehr gut dabei und schon vor der Lesung von Flo & Co. einigermaßen kauffreudig. Mir ging es da aufgrund der verrückten Anwaltsparty am Vorabend im Prenzlauer Berg noch gar nicht so dufte. Doch siehe da, Bratkartoffeln mit Spiegeleier waren die beste Medizin. Flo und ich agierten etwa 98 Minuten. Danach heirateten alle. Am nächsten Vormittag fanden sich bereits um 10 Uhr etwa 33 Arminen und zwei Berliner am anderen Ende der Stadt zum Start der Grünkohlwanderung ein; vom Vereinspräsidenten über den Zeitspiel-Herausgeber bis zur Kutte. Ich ließ mich noch nicht auf ein Bierchen ein. Sollte unser Superherbergsvater und Poetenmanager Björn mal schön schleppen. Es war eine schöne Wanderung. Im Vereinsheim angekommen, war die Grünkohlparty mit Kassler und Bregenwurst schon im Gange. Doch wenn ich Bier trinke, und das war inzwischen wieder der Fall gewesen, lasse ich mich nicht auf kulinarische Experimente ein, unter der Gefahr, vor der kalten Stadiontoilette anzustehen, bloß um eine Sitzung zu absolvieren. Das ist die Höchststrafe, die ich mir nicht selbst auferlege. Ich bestellte Bratkartoffeln mit Spiegeleier, worauf die nette Köchin Sonja meinte, das sei eine Herausforderung; alle Platten seien mit Kohl & Co belegt, aber sie wolle sehen, was sich machen ließe. Und siehe da … man wird noch von mir sprechen. Das Derby gegen den Hannoverschen SC war brisant, da es sich beim Rivalen um Neureiche ohne Anhang handelte, die in der Presse den Rasen der Arminen als Truppenübungsplatz bezeichneten, was die tapferen Volkssportler aus Bischofshol ziemlich verärgerte. Ein hart umkämpftes und gerechtes 1:1 vor 444 Menschen ließ Hannover wider Erwarten nicht in Flammen aufgehen. Die Pressekonferenz fand ohne Umstände in der überfüllten Stadiongaststätte statt. Ein Lesungsbesucher fragte den Gästetrainer gerade heraus, wo er denn seinen Stahlhelm gelassen hätte. Irgendwann stand der Arminen-Trainer an unserem Tisch und meinte, er sei Ex-Neuköllner und bei einigen Westberliner Vereinen Spieler gewesen, wobei er gerne auch mal für Dynamo gespielt hätte, denn die hätten so einige Kanten als Fans am Start. Oh ha, ich schenkte ihm schnell eine Zugriff-CD, dann ging es flott zum Zug. Fazit: Arminia Hannover – mehr „Fußball pur“ geht nicht.

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